Make or Buy für KI-Teams — wo intern, wo extern?
Make or Buy für KI-Teams folgt drei Linien: Dauer (kurzfristig kaufen, dauerhaft bauen), Differenzierung (Kern intern, Commodity extern) und Marktverfügbarkeit (knappe Spezialprofile temporär extern überbrücken). Ein klares Entscheidungsraster spart in der Aufbauphase typisch 20 bis 35 % gegenüber rein internen oder rein externen Modellen.

Worum es geht — Pain und Gain
Jobs to be done
- Für jede KI-Rolle bewerten, ob intern, extern oder hybrid die richtige Lösung ist.
- Plattformkomponenten zwischen Eigenbau, Kauf und Cloud-Service abgrenzen.
- TCO ehrlich rechnen — inkl. Onboarding, Fluktuation, Wartung und Vendor-Risiko.
- Vakanzzeiten realistisch in das Modell einrechnen.
- Vorstand und Einkauf ein gemeinsames Entscheidungsraster geben.
Entscheidungs-Framework
| Kriterium | Tendenz Make | Tendenz Buy |
|---|---|---|
| Dauer des Bedarfs | Dauerhaft, > 18 Monate | Befristet, < 12 Monate |
| Strategische Differenzierung | Hoch — Wettbewerbsvorteil | Niedrig — Commodity |
| Marktverfügbarkeit | Profil regelmäßig hireable | Profil selten, hoch spezialisiert |
| Vakanzzeit | < 6 Monate | > 6 Monate |
| Wissensaufbau im Haus | Pflicht | Nicht relevant |
| Compliance- / Daten-Sensibilität | Hoch — Eigenes Haus | Niedrig — Standardprozess |
Pain — die typischen Fehl-Entscheidungen
Fehler 1: alles selber bauen, weil „strategisch". Konsequenz: Plattform-Bau bindet 70 % der Kapazität, Use-Cases liefern nicht. Fehler 2: alles extern, weil schneller. Konsequenz: kein Wissensaufbau, Dauerabhängigkeit von einem oder zwei Dienstleistern. Fehler 3: das Pendel zwischen beiden Extremen. Konsequenz: hoher Cost-of-Switching, frustrierte Teams.
Gain — Was ein gutes Make-or-Buy-Raster leistet
Es macht jede Entscheidung erklärbar — gegenüber Vorstand, Einkauf, Aufsichtsrat. Es trennt strategische Tiefe (Make) von Commodity (Buy). Es macht TCO über 36 Monate vergleichbar und erfasst Vakanzkosten ehrlich. Es eliminiert Bauchgefühl als Hauptkriterium.
Linie 1: Dauer des Bedarfs
Bedarf 6 Monate: fast immer Buy (Contracting). Bedarf 6–18 Monate: Hybrid, oft Interim-Lead plus parallel Festsuche. Bedarf > 18 Monate: Make, weil Vakanzkosten und Lernkurve einer Wiederbeschaffung den Vorteil von Buy auffressen.
Linie 2: strategische Differenzierung
Was direkt zur Wettbewerbsfähigkeit beiträgt — KI im Kernprodukt, eigene Daten, eigene Modelle — gehört intern. Was Commodity ist — Standard-Plattform-Bausteine, Audit-Tools, generische LLM-API-Integration — wird gekauft oder als Cloud-Service bezogen.
Linie 3: Marktverfügbarkeit
Profile, die regelmäßig hireable sind (AI Engineer, Data Scientist, MLOps Engineer in den meisten Stacks), können intern aufgebaut werden. Knappe Spezialprofile (Senior LLM Engineer mit Self-Hosting-Erfahrung, RAG-Architekt mit produktivem Volumen, Vision-Spezialist Edge) werden temporär extern überbrückt, weil die Vakanzzeit das Programm sonst verzögert.
TCO-Vergleich über 36 Monate
Ein Senior-Profil Make: 100.000 € Jahresbrutto + 25 % Nebenkosten + 30 % Erfolgshonorar im Jahr 1 + 5 % Fluktuationsrisiko = rund 405.000 € über 36 Monate. Buy: 1.500 € Tagessatz × 200 Tage = 300.000 € pro Jahr = 900.000 € über 36 Monate. Make ist über 36 Monate deutlich günstiger, sofern die Rolle dauerhaft besteht und das Profil bleibt.
Aber: die ersten 9 Monate liefert Make nichts (Vakanz + Onboarding), Buy liefert ab Woche 3. Wer Vorstandszusagen für Monat 6 hat, kann sich reines Make nicht leisten — der Hybrid ist die einzige sinnvolle Antwort.
Plattform: was wirklich kaufen, was selber bauen
Selber bauen: Use-Case-Orchestrierung, Domänen-Modelle, eigene Evaluation, Wissensaufbau-Komponenten. Kaufen / Cloud: Modell-Serving, Vektor-DB, Monitoring, LLM-Gateway-Basis, Identity. Standardisieren statt selbst bauen, wenn drei oder mehr Anbieter eine vergleichbare Lösung anbieten.
People also ask
Was bedeutet Make or Buy in IT?
Die Entscheidung, ob eine Fähigkeit, Komponente oder Rolle intern aufgebaut (Make) oder extern bezogen (Buy) wird.
Wer trifft die Make-or-Buy-Entscheidung?
Typisch CIO/CTO gemeinsam mit Einkauf und HR. Bei strategisch zentralen Rollen mit Vorstandsfreigabe.
Welche Risiken hat Buy?
Vendor-Lock-in, fehlender Wissensaufbau, Margenrisiko bei Vertragsverlängerungen, Compliance-Schnittstellen.
Nächster Schritt
Sie wollen den Plan auf Ihren Konzern übertragen? Tragen Sie unten den Rahmen ein — Ziel, Zeitraum, Stand. Wir melden uns innerhalb eines Werktages mit einer ersten, vertraulichen Einschätzung.
Sie suchen einen Make or Buy KI-Team?
Erstberatung anfragen – wir schlagen passende Profile aus unserem Netzwerk vor.
Sie SIND Make or Buy KI-Team?
In den Talent-Pool aufnehmen. Wir melden uns nur bei konkret passenden Mandaten.
Make or Buy KI-Team — vertrauliche Erstberatung
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Häufige Fragen
Wann lohnt sich Make für eine KI-Rolle?
Bei dauerhaftem Bedarf > 18 Monate, strategischer Differenzierung und ausreichender Marktverfügbarkeit.
Wann lohnt sich Buy?
Bei befristetem Bedarf < 12 Monate, knappen Spezialprofilen oder fehlender Vakanztoleranz.
Was ist die häufigste Fehlentscheidung?
Alles intern aufbauen zu wollen, ohne die Vakanzzeiten ehrlich einzurechnen. Programme verlieren dadurch oft 6 bis 12 Monate.
Wie kombinieren wir beide Modelle sinnvoll?
Interim-Leads brücken Vakanzen, Festhires laufen parallel. Plattform-Kern intern, Plattform-Bausteine gekauft.
Was kostet Make über 36 Monate?
Senior-Profil typisch 405.000 € (inkl. Erfolgshonorar und Nebenkosten). Buy im Vergleich 900.000 €. Buy ist nur über die ersten 9 Monate günstiger.
Welche Rollen sollten in jedem Fall intern sein?
AI Architect / Head of AI, Lead-Engineering-Rolle, Governance-Rolle. Diese tragen Strategie, Auswahl und Verantwortung.
Welche Komponenten der Plattform werden überwiegend gekauft?
Modell-Serving, Vektor-Datenbanken, Monitoring, Identity. Standard-Komponenten mit drei oder mehr seriösen Anbietern.
Wie integrieren wir den EU AI Act in die Entscheidung?
Risikoklassifizierung gehört in jede Make-or-Buy-Entscheidung. Hochrisiko-Use-Cases gehören mit Verantwortung intern, auch wenn Teile der Lieferung extern erbracht werden.
Welcher Weg passt zu Ihrer Situation?
Wählen Sie den Pfad, der zu Ihrem Bedarf passt. Jede Erstberatung ist unverbindlich und führt zu einer ehrlichen Markt-Einschätzung.
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